Es war wieder einmal Sonntagmorgen, inmitten des schönen Neuköllns. Ich erwachte mit den üblichen Nachwehen, die so eine durchzechte Samstagnacht mit sich bringt, geweckt von dem unbarmherzigen Surren des Vibrationsalarms meines Mobiltelephons.
Anna: “Wer wagt es, die Königin der Nacht zu wecken? Wer traut sich, den Drachen der Höhle zu entlocken? Sag es mir, Fremder, wer ist es nur, der zu mir spricht???”
(Diese Antwort ist – ganz politisch – ein wenig geglättet, da ich mich an den genauen Wortlaut nicht erinnere. Vielleicht habe ich, anstatt zu antworten, einfach nur ins Telefon gerülpst.)
Anrufer: “Hallo? Hier ist der Christian. Bin ich denn da bei dem Herrn Diekmann?”
Anna (in der Annahme, mit ihrem Mitbewohner zu sprechen): “Christian, du alte Fummeltrine! Bist du gestern im Circus Lemke versackt? Soll ich dir ein Erste – Hilfe – Kommando vorbei schicken?”
Anrufer: “Wie bitte? Ich glaube, ich bin da falsch.”
Anna (verwundert): “Ey, sag mal, bist du eigentlich immer noch blau oder schon wieder? Jetzt beweg deinen faulen Arsch hierher. Es ist Sonntag und irgendwer muss hier mal die Bude putzen. Außerdem liegt auf dem Balkon entweder ein ertrunkenes Meerschweinchen oder der olle Fred von oben drüber hat mal wieder sein Toupet runterfallen lassen. Komm mal her und mach das weg.”
Anrufer: „Nein, sie verstehen mich offensichtlich nicht. Ich rufe sie aus Bellevue an und ich möchte gern Herrn Diekmann sprechen.”
Anna: “Alter, jetzt reicht´s. Ich hab bis heute morgen um sieben gesoffen, mein Schädel brummt tierisch und ich hab noch nicht gefrühstückt. Und nun kommst du mir mit so ner Scheiße??? Ich glaub es hackt. Diekmann, Dickmann. Wer issn dit schon wieder? Schuldest dem Geld oder wat?”
Anrufer (weint): “Nun brüllen sie mich doch nicht so an! Die ganze Welt ist gegen mich. Ich finde das total gemein. Dabei wollte ich doch nur dem Herrn Diekmann sagen, dass ich das nicht gut finde, wenn seine Zeitung jetzt so gemeine Sachen über mich sagt. Dabei war ich doch nur mal n bisschen knapp bei Kasse und die Bettina wollte halt unbedingt das Häuschen im Grünen haben. Was hätte ich denn da machen sollen? Meint der Diekmann denn, wenn mir die Bettina wegrennt, bekomm ich nochmal so ne scharfe Blondine?”
Pause.
Anrufer (schluchzt): Hallo? … Hallo???”
Anna (genervt): “…äh… ja… ich war grad eingepennt. Was war nu mit Dickmann?”
Anrufer (verzweifelt): “Schon gut… ich lege jetzt auf. Sie wollen mir ja auch nicht helfen. NIEMAND WILL MIR MEHR HELFEN!!! ES IST ALLES VORBEI UND ZU SPÄ-Ä-ÄT…”
Anna (mit einer Mischung von Genervtheit und Mitleid in ihrer Stimme): “Oh mein Gott, bitte nicht so laut, verdammte Axt. Ich sag doch, ich hab Kopfschmerzen. Pass auf Christian, machen wir n Deal: Ich ruf bei der Mama von diesen komischen Diekmann an und sag ihr, dass ihr Sohn wieder mit dir spielen soll. Dafür kommst du her und spülst das Meerschwein Schrägstrich Toupet das Klo runter.”
Anrufer (sich beruhigend): “Einverstanden. Und wo wohnst du?”
Anna: “Ach, wenn du selbst das nicht mehr weißt, Christian, dann bleib doch in deinem Drecks-Bellevue!!!”
In diesem Sinne, ein Hoch auf die Anrufererkennenung.
Es grüßt Euch liebst, Eure Anna Zielona
Ich bin Single. Und damit ein typischer Berliner. Es ist eben nicht leicht, neben dieser Stadt noch eine zweite Liebe zu pflegen. Und es ist verdammt nochmal schwer, einen Menschen zu finden, der “alles zulässt, zu nichts zwingt und alles verzeiht”, wie JM Stim diese Lebenswelt in “Hier ist Berlin” so treffend beschreibt.
Was bedeuten Gesellschaft und Mehrwert? Ist der mehr wert, der gesellschaftlichen Mehrwert schafft, indem er mehr konsumiert, bedrucktes Papier in ein künstliches System einbringt? 
Transparenz und
Am 22. September haben wir ja einen aus Funk und Fernsehen bekannten Schlafgast in der Nachbarschaft. Der